Bewerbung in Deutschland

Ein sachlicher Bewerbungsauftritt macht Erfahrung sichtbar, ohne sie größer darzustellen, als sie ist.

Person überarbeitet einen deutschen Lebenslauf an einem hellen Schreibtisch mit Laptop

Lesbarkeit vor Gestaltung

Beginnen Sie mit einem klaren Profil, relevanten Tätigkeiten und überprüfbaren Angaben. Ein schlichtes Layout erleichtert die Orientierung und lässt Raum für die Inhalte. Ein Beispiel: Ein einseitiges Profil mit Name, angestrebter Tätigkeit und drei bis vier zentralen Stationen wirkt oft übersichtlicher als eine dicht beschriebene Seite mit vielen Schriftarten. Personalverantwortliche verschaffen sich in der Regel zunächst einen knappen Überblick, bevor Details wie einzelne Projekte oder Zusatzqualifikationen gelesen werden; ein klarer Aufbau unterstützt diesen ersten Überblick. Farbliche Gestaltung sollte sparsam eingesetzt werden, damit auch ein schwarz-weißer Ausdruck oder eine Anzeige auf kleinen Bildschirmen gut lesbar bleibt. Tabellarische Übersichten eignen sich gut für Zeiträume und Positionen, sollten aber nicht so eng gesetzt werden, dass einzelne Zeilen schwer zuzuordnen sind. Zwischenüberschriften innerhalb des Lebenslaufs, etwa zur Trennung von Berufserfahrung und Weiterbildung, erleichtern zusätzlich die Orientierung, wenn mehrere Stationen über einen längeren Zeitraum aufgeführt werden. Ein Beispiel: Wird Berufserfahrung aus zwei unterschiedlichen Ländern dargestellt, hilft eine klare zeitliche und geografische Kennzeichnung jeder Station, Verwechslungen zu vermeiden. Schriftgröße und Zeilenabstand sollten so gewählt werden, dass der Text auch bei einer Ansicht auf einem Mobiltelefon ohne Vergrößerung lesbar bleibt. Bei Unsicherheit über die passende Länge empfiehlt sich eine Orientierung an vergleichbaren, im deutschsprachigen Raum üblichen Vorlagen, ohne diese unverändert zu übernehmen.

Erklären Sie Übergänge im Bildungs- und Berufsweg knapp. Anhänge sollten eindeutig benannt und nur im verlangten Umfang beigefügt werden. Ein Beispiel: Eine kurze Zeile wie "Zwischen Abschluss und erster Anstellung: Sprachkurs und Praktikum" ordnet eine Lücke im Lebenslauf ein, ohne den Lebenslauf mit einem langen Absatz zu überladen. Werden mehrere Anhänge verlangt, hilft eine sprechende Benennung der Dateien, etwa mit Nachname und Dokumentart, damit die Zuordnung auf Empfängerseite einfach bleibt. Übersetzungen von Zeugnissen sollten nur dann beigefügt werden, wenn dies ausdrücklich gefordert ist, da unaufgefordert eingereichte Übersetzungen mitunter nicht anerkannt werden. Sofern eine Stellenausschreibung einen bestimmten Dateityp oder eine maximale Dateigröße vorgibt, sollte dies vor dem Versand nochmals überprüft werden. Bei mehrsprachigen Bewerbungsunterlagen empfiehlt sich eine konsequente Verwendung einer Sprache je Dokument, damit Anschreiben und Lebenslauf nicht unbeabsichtigt uneinheitlich wirken. Ein Beispiel: Wird der Lebenslauf auf Deutsch verfasst, sollte auch das Anschreiben in derselben Sprache verfasst sein, sofern die Ausschreibung nichts anderes vorsieht. Referenzen sollten nur mit vorheriger Zustimmung der genannten Personen aufgeführt werden, da diese im weiteren Verfahren kontaktiert werden könnten. Zeugnisse und Nachweise, die nicht in deutscher oder englischer Sprache vorliegen, sollten nach Möglichkeit durch eine kurze, selbst erstellte Übersicht der wichtigsten Inhalte ergänzt werden, sofern eine beglaubigte Übersetzung noch nicht vorliegt.

Prüfliste vor dem Versand

  • Stimmen Kontaktdaten und Zeitraumangaben?
    • a) Telefonnummer und E-Mail-Adresse aktuell und fehlerfrei?
    • b) Zeiträume lückenlos und in sich stimmig dargestellt?
  • Ist die gewünschte Tätigkeit konkret benannt?
    • a) Bezug zur ausgeschriebenen Position erkennbar?
    • b) Keine widersprüchlichen Angaben zwischen Anschreiben und Lebenslauf?
  • Sind Zeugnisse und Übersetzungen passend ausgewählt?
    • a) Nur die ausdrücklich verlangten Dokumente beigefügt?
    • b) Übersetzungen von einer anerkannten Stelle, sofern gefordert?
  • Wurde die Datei geöffnet und auf Lesbarkeit geprüft?
    • a) Öffnung auf einem zweiten Gerät zur Kontrolle der Darstellung?
    • b) Dateigröße und Format der Vorgabe der Ausschreibung entsprechend?
  • Sind Gehaltsvorstellung und möglicher Starttermin angegeben, falls verlangt?
    • a) Nur dann angeben, wenn die Ausschreibung dies ausdrücklich verlangt?
    • b) Realistische Bandbreite statt einer einzelnen festen Zahl gewählt?

Diese Prüfliste ersetzt keine individuelle Beratung, kann aber vor dem Versand helfen, häufige und leicht vermeidbare Lücken in den Unterlagen zu erkennen. Eine kurze Pause zwischen dem Zusammenstellen der Unterlagen und der letzten Kontrolle erleichtert es häufig, Unstimmigkeiten mit etwas Abstand zu erkennen. Ein Beispiel: Wird der Lebenslauf einen Tag nach der ersten Fertigstellung noch einmal gelesen, fallen Tippfehler oder unstimmige Datumsangaben häufig leichter auf als unmittelbar nach dem Schreiben. Es kann außerdem hilfreich sein, eine zweite Person die Unterlagen überfliegen zu lassen, insbesondere wenn die Bewerbung in einer Fremdsprache verfasst wurde. Bei Bewerbungen auf mehrere Stellen gleichzeitig sollte vor dem Versand jeweils geprüft werden, ob Anschreiben und Lebenslauf noch auf die jeweilige Ausschreibung zugeschnitten sind, damit keine falsche Firmenbezeichnung oder Positionsangabe übernommen wird.

Geordnete Bewerbungsunterlagen mit Anschreiben, Lebenslauf und farbigen Notizmarkern